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Rostfreier Stahl wird deshalb „rostfrei“ genannt,
weil er an feuchter Luft nicht rostet, im Gegensatz zum
Normalstahl.
Darüber hinaus ist dieser Stahl noch gegen viele Säuren
beständig, die Normalstahl angreifen würden. Eine generelle
chemische Beständigkeit weist er aber nicht auf. So können
verschiedene Speisereste, z. B. senf- und essighaltige und
salzhaltige Medien (chloridhaltige) auch beim rostfreien
Stahl Schäden hervorrufen.
Im wesentlichen sind es drei Dinge, die von den Kunden
beanstandet werden, nämlich Fleckenbildung, Lochfraß und
Rostablagerungen.
Bei der Fleckenbildung handelt es sich um Anlauffarben, ein
Oxydationsvorgang, der durch Speisereste verursacht wird, den
Stahl aber selbst nicht zerstört und durch Abreiben mit einem
flüssigen Metallputzmittel beseitigt werden kann.
Unsere langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, dass beim Spülen
von Hand nur sehr selten Lochfraß auftritt, nämlich nur dann,
wenn die Messerklingen zwischen Gebrauch und Reinigung einige
Stunden mit Speiseresten behaftet liegen bleiben. Die Spülmittel
haben keinen Einfluß, da sie nur kurzzeitig mit den Messern in
Berührung kommen und von Ihrer chemischen Zusammensetzung her
praktisch nicht korrosiv sind.
Ganz anders sieht die Sache in der Spülmaschine aus. Nachteilige
Auswirkungen von Speiseresten sind hier viel größer, da oft nur
einmal am Tag gespült wird, manchmal sogar nur alle zwei Tage.
Das kalte Abspülen im Vorspülgang bringt für das Messer nicht
die erforderliche Vorsäuberung, so dass Verfärbungen und
Lochfraß oft bereits vor dem eigentlichen Spülbeginn auftreten,
der maschinelle Spülprozeß also nur mittelbar die Ursache ist.
Unmittelbar ist er es dann, wenn Fehler bei der
Spülmitteldosierung vorliegen. Hier ist folgendes zu beachten:
der Reiniger enthält Silikate, die die Aktivität der Spülflotte
steigern und damit eine erhöhte Reinigungskraft bewirken, die
dadurch aber auch einen gewissen Schutz für die
Lochfraßkorrosion bieten. Ein Fehler wäre die zu niedrige
Reiniger-Dosierung. Umgekehrt verhält es sich beim Klarspüler,
der bei zu hoher Dosierung schlierenförmig auf dem Stahl
antrocknet und Lochfraß erzeugen kann. Das Fabrikat der
Spülmittel spielt bei diesem Vorgang allgemein keine Rolle.
Um so wesentlicher ist die Qualität des Leitungswassers, und das
ist sogar meist der entscheidende Faktor. Wenn das Wasser stark
chloridhaltig ist (über 900 mg/ltr.) ist die Gefahr der
Lochfraßbildung besonders groß. Und grundsätzlich wird jede
Korrosion durch eine hohe Arbeitstemperatur noch gefördert.
Außer Chloriden enthält das Wasser oft noch feinste Sedimente,
die evtl. Lochfraß verursachen können. Häufig sind diese
Sedimente eisenhaltig. Im Wasser hat dieser Eisengehalt Rost
gebildet, der sich als Fremdrost auf anderen Stahlteilen,
insbesondere auf den Messerklingen, absetzt, auch wenn Diese
selbst rostfrei sind. Auf die Wasserqualität hat der Verbraucher
keinen Einfluß und meistens auch das Wasserwerk nicht, da hier
alles von den Naturgegebenheiten der betreffenden Gegend
abhängt, die zu einer bestimmten Aufbereitungsart zwingt.
Es gibt aber noch andere Entstehungsursachen für Fremdrost, und
dabei kann der Verbraucher für Abhilfe sorgen.
Wenn gleichzeitig mit den Messern nicht rostfreies Spülgut
gespült wird, z. B. bei Töpfen Nieten, Schrauben und Böden aus
Normalstahl oder wenn durch örtliche Defekte in der
Kunststoffummantelung der Geschirrkörbe der darunter liegende
Normalstahl an die Oberfläche kommt, setzt an diesen Teilen eine
Rostbildung ein und es werden Rostpartikel auf die rostfreien
Messerklingen übertragen. Auf der Seite von Spülmittel- und
Spülmaschinenherstellern werden immer wieder neue Versuche zur
Verbesserung der Lochfraßbeständigkeit durchgeführt. Aber auch
die Stahlhersteller und –verarbeiter unternehmen alles Mögliche,
das Korrosionsproblem in den Spülmaschinen zu beseitigen. Man
hat bereits eine breite Palette rostfreier Stähle zur
Klingenherstellung erprobt, dabei Verbesserungen erzielt, aber
das Optimum leider noch nicht gefunden. Der einzige Stahl, der
den maschinellen Spülprozeß nahezu ohne Schaden übersteht, ist
der 18/8- bzw. 18/10-Chrom-Nickel-Stahl, aus dem bei
hochwertigen Bestecken die übrigen Besteckteile (Messergriffe,
Löffel, Gabeln, usw.) hergestellt werden, an denen allgemein
kein Lochfraß festgestellt wird. Dieser Stahl
hat aber die Nachteile, dass er beim Schneiden
Porzellanoberflächen mechanisch angreift und im polierten
Zustand selber stärker verkratzt, für Messerklingen wird er
deshalb nur selten eingesetzt.
Bestecke sollten grundsätzlich aufrecht stehend in loser
Schüttung und die Messer immer separat von den anderen
Besteckteilen gespült werden. Abschließend möchten wir noch
einige Tips zur Behandlung
der Messer geben...
■ Keine Speisereste mehrere Stunden auf die Klingen einwirken
lassen, wenn nicht sofort gespült wird,
sollten die Reste wenigstens abgerieben werden.
■ Keinen Klarspüler an den Messern eintrocknen lassen,
Rückstände nach dem Spülen sofort entfernen.
■ Spülmitteldosierung genau einhalten...Hohe Reiniger-Zugabe und
geringe Klarspüler-Zugabe
Maschinen-Spülmittel von Markenherstellern verwenden.
■ Anlaufflecken und Rostablagerungen mit einem handelsüblichen,
flüssigen Metallputzmittel entfernen, keinen Scheuersand
oder harte Schwämme verwenden. Auch der beste Stahl muß gepflegt
werden (wie der beste Lack am teuersten Auto!).
Wissenswert ist noch, dass Messerklingen in Silberheften
besonders korrosionsgefährdet sind, da sich in der Spülmaschine
durch die Feuchtigkeit ein, wenn auch schwaches, galvanisches
Element zwischen dem edlen Silber und dem Stahl bilden und zur
Beschädigung des Stahles führen kann. In der Spülmaschine sind
Silbermesser etwas mehr im Nachteil.
Informationen über Fremdrost, Fleckenbildung und Korrosion an
Bestecken
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